Viele Geschäftsführer sagen:
„Wir finden einfach keine Leute mehr.“
Meist folgt unmittelbar die nächste Stellenanzeige oder der Auftrag an einen Personalberater.
Doch die eigentliche Frage wird selten gestellt:
Brauchen wir diese Stelle überhaupt?
Als CFO habe ich gelernt, Probleme zuerst wirtschaftlich zu betrachten. Nicht jede offene Stelle ist ein Recruiting-Problem. Oft ist sie ein Hinweis auf Prozesse, die unnötig Personal binden.
Der versteckte Kapazitätsfresser
In vielen KMU verbringen Mitarbeiter einen großen Teil ihrer Arbeitszeit mit:
- Doppelerfassungen
- manuellen Übertragungen zwischen Systemen
- Rückfragen per E-Mail
- Excel-Listen
- wiederkehrenden Routineaufgaben
Diese Tätigkeiten schaffen selten echten Kundennutzen.
Sie verbrauchen jedoch wertvolle Arbeitszeit.
Wenn ein Unternehmen seit Monaten eine offene Stelle nicht besetzen kann, lohnt sich deshalb zunächst die Frage:
Welche dieser Tätigkeiten könnten automatisiert werden?
Digitalisierung beginnt nicht mit Software
Hier machen viele Betriebe denselben Fehler.
Sie suchen nach einer Software, bevor sie den eigentlichen Engpass analysiert haben.
Neue Software löst aber keine schlechten Prozesse.
Zuerst muss festgestellt werden:
- Welche Abläufe Personal binden
- Welche Arbeiten regelbasiert sind
- Wo Medienbrüche entstehen
- Welche Tätigkeiten wirklich automatisierbar sind Erst danach sollte über konkrete Werkzeuge gesprochen werden.
Warum ich anders arbeite
Ein Softwareanbieter beginnt mit seiner Lösung.
Ein klassischer Berater beginnt oft mit einem Projekt.
Ich beginne mit einer Rechnung.
Als ehemaliger CFO interessiert mich zunächst:
- Was kostet der aktuelle Zustand?
- Wie viele Stunden werden gebunden?
- Wie hoch ist der wirtschaftliche Schaden?
- Welche Verbesserung ist realistisch erreichbar?
Erst danach leite ich eine Empfehlung ab.
Manchmal lautet diese Empfehlung auch:
„Hier lohnt sich aktuell keine Investition.“
Genau das schafft Vertrauen.
Der erste Schritt
Deshalb beginnt jede Zusammenarbeit mit einem CFO-Check.
Gemeinsam analysieren wir:
- Abläufe
- Kennzahlen
- Personalsituation
Daraus entsteht ein Potenzialbericht, der zeigt:
- wo Kapazität verloren geht
- welche Prozesse optimiert werden können
- welche Maßnahmen sich wirtschaftlich rechnen
Denn Fachkräftemangel lässt sich nicht immer durch neue Mitarbeiter lösen.
Oft beginnt die Lösung damit, die vorhandenen Kapazitäten besser zu nutzen.
Mein Grundsatz bleibt dabei immer derselbe:
Ich rechne, bevor ich empfehle.